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CALL FOR PAPERS
ORT/E DES DENKENS
Zum Anspruch inter"kultureller" Philosophie

26.-28. September 2013

Tagung am Institut für Philosophie

Universität Wien

Deadline: 15. April 2013

Denken geschieht an einem Ort. Offensichtlich bedarf es stets eines Standortes bzw. eines Standpunktes, an dem sich Denken ereignen, an dem ein Gedanke ankommen, sich wandeln und neue Wege gehen kann. Diese Aussage hört sich zunächst trivial und selbstverständlich an. Natürlich setzt jedes Denken, wie auch jedes Sprechen, jede Handlung, jede Empfindung usw. einen Ort voraus. Ein Denken ohne Ort, an dem es stattfinden, eine Stätte finden kann, wäre geradezu eine Unmöglichkeit, hätte schlichtweg keinen Ein- und Ausdruck. Dabei kann freilich »Ort« ein Mehrfaches bedeuten, etwa den Körper (Leib), die politische Schicht, den sozialen Status, das (sozialisierte) Geschlecht, die Sprache, kulturelle Geflechte, Lebenswelten und nicht zuletzt (geographische) Landschaften, sowie (geschichtliche) Zeiträume. All dies sind – je nach Konstellation – nicht nur Orte, die das Denken bedingen, sondern je nach Ort(schaft) scheinen sie geradezu nur ein bestimmtes, begrenztes, beschränktes Denken zuzulassen. Und doch habentiefgehende Denkerfahrungen in der Geschichte und Gegenwart immer wieder den Anspruch erhoben, universal und in diesem Sinne inter- bzw. trans»kulturell« zu sein, d.h. immer zwischen den Körpern und über die Körper hinaus, zwischen und über den Schichten und Milieus, den Geographien, den Zeiten, Sprachen, Geschlechtern, Hautfarben usw.

Die Breite dieser Problemstellung öffnet ein Spannungsfeld, das folgende Fragen in den Raum stellt: Mit Hilfe welcher theoretischen Ansätze können wir die scheinbare Selbstverständlichkeit eines ortsgebundenen Denkens verständlich machen? Wie können wir die Orte fassen, die das Denken voraussetzt –  oder bestimmen gar die Orte zuallererst das Denken? Kann man überhaupt von »reinen«, in sich abgeschlossenen Orten sprechen? Kann es auf der anderen Seite ein Denken geben, das nicht an einen Ort gebunden ist? Wäre ein »universales« Denken möglich, das zwischen und über den Orten bzw. das stets von woanders her denkt? Verändert oder verlagert eine Pluralität der Orte das offenkundige Spannungsgemenge zwischen Denken und Ort? 

 

Alle Interessierten, die sich von dem beschriebenen Themenkomplex, von einem oder mehreren der aufgeworfenen Fragen angesprochen fühlen, sind herzlich eingeladen, uns für die aktive Teilnahme an der Tagung ein Abstract (max. 500 Wörter) zukommen zu lassen. Unser Call for Papers steht dabei auch offen für (Nachwuchs-)Wissenschaftler*innen anderer Disziplinen. Einsendeschluss für die Abstracts ist der 15. April 2013 (Kontaktadressen siehe unten). Die Entscheidung über die Annahme des Abstracts werden wir spätestens am 15. Mai 2013 kommunizieren. Bei positiver Rückmeldung werden wir Sie darum bitten, uns bis zum 15. August ein ausgearbeitetes Papers zu ihrem Beitrag (20 Min.) zukommen zu lassen. Für die eingeladenen Teilnehmer*innen können wir (je nach Aufwand) einen Reise- und Übernachtungskostenzuschuss, sowie die Möglichkeit zur Publikation des Beitrags in Aussicht stellen. 

 

Organisation: Mag. phil. Murat Ates und James Garrison, M.A. 

Wissenschaftliche Betreuung: Univ.-Prof. Dr. Georg Stenger, Univ.-Prof. Dr. Franz Martin Wimmer 

Die Tagung ist eine Kooperation zwischen dem Institut für Philosophie der Universität Wien und dem Institut für Wissenschaft und Kunst (IWK)

 

Kontaktadresse (für Zusendung der Abstracts): 

ates@mur.at oder james.garrison@univie.ac.at

 

Postadresse:

Universität Wien

Neues Institutsgebäude NIG

Institut für Philosophie (D0302)

Universitätsstraße 7

1010 Wien

Austria

Interkulturelle Philosophie, Kulturtheorie, Kulturphilosophie

Institut für Philosophie
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
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